Kultur frei Haus

 

Wir haben diesen Blog im März 2020 ins Leben gerufen. Unter den Schlagwörtern „Kommst du nicht zur Kultur, kommt die Kultur zu dir!“ war es unsere Intention, künstlerische Impressionen auch in einer Zeit des sozialen Abstandes zugänglich zu machen – im digitalen Raum, der den Austausch ohne physischen Kontakt ermöglicht.

Die positive Resonanz zu diesem Projekt hat selbst uns überrascht und das deutliche Zeichen gesetzt, dass der Blog auch weiterhin eine Existenzberechtigung hat: Als Plattform, die interessierten Menschen neue Sichtweisen und Ansätze ungezwungen näher bringt – und das, wie in der digitalen Welt gewohnt, orts- und zeitunabhängig.

 Wir werden hier also auch weiterhin Beiträge von Künstlerinnen und Künstlern veröffentlichen: Von Texten zu Themen, Projekten und/oder Initiativen über Videos bis zu Anleitungen und Audio-Dateien – es gibt unbegrenzte Möglichkeiten sich auszudrücken. So vielfältig der Kulturbereich ist, so vielfältig soll auch dieser Blog sein.

 

Bisherige Beiträge

Waltraud Zechmeister: Lyrik

Mondlicht schimmert auf des Weihers Spiegel, traurig quakt ein Fosch von ferne, menschenleer ist diese Welt.   Das halbvolle Glas leer zu sehen ist leicht Das halbleere Glas jedoch voll zu sehen bedarf der größten Anstrengung     Es ist sinnlos über die Sinnlosigkeit des Lebens zu sinnieren Sie zur Maxime seines Lebens zu machen …

Björn Lundell: Creating presence

”In my paintings I work with a set of basic geometric shapes and structures (like squares, stripes, triangles and grids). They serve both to set scales in space, and as useful elements to hide and show the craft of painting itself. Working alternately with completely flat surfaces or with visible brushstrokes I try to erase …

Katya Dimova: 1000 Stoffmurmeln

2012, Tokio. Die Uni ging von Montag bis Samstag. Ich fuhr dorthin mit dem Rad gegen 9:00 und kam erst am Abend zurück. Teilweise machte es mich müde bewundert zu werden, wegen meinen hellen Haaren und Augen. Es hat sich herumgesprochen, dass eine Auslandstudenten angekommen war, so kamen Leute aus anderen Klassen um mich zu …

Richard Bodyn: Wo Kunst ist, ist Leben. Das wundervollste Beispiel dafür ist der Baum, dem ich erst Leben geben darf, nachdem er sein erstes beendet hat.

Der deutsche Schriftsteller Christian Morgenstern (1871 – 1914) äußerte seine Liebe zum „Baum“ mit den Worten:  Nichts ist für mich mehr Abbild der Welt und des Lebens als der Baum. Vor ihm würde ich täglich nachdenken, vor ihm und über ihn. Wie sehr der Baum als Wunderwerk der Natur Dichter inspirierte, findet sich in unzähligen …

Julia Bugram: Es scheint immer wieder dasselbe zu sein und doch ist es alles außer dasselbe

Je stressiger und schnelllebiger unser Alltag wird, umso mehr zieht es uns als Ausgleich wieder in die Natur. Seit 2019 nehmen in meinem Schaffen vermehrt florale Elemente eine wesentliche Rolle ein. Die sich wiederholenden Motive in unterschiedlichen Ausführungen haben einen meditativen Aspekt und werden in akribischer Feinarbeit über Stunden hinweg angefertigt. Ausgehend von einem schwarzen …

Christine Todt: Odyssee 2020

Die mehrteilige, mit Graphit- und Buntstift auf Leinen ausgeführte, Serie „Odyssee 2020“  hat die aufgrund der Corona – Krise in den Hintergrund getretene, humanitäre Katastrophe, in der blackafrican boatpeople ausgesetzt sind, zum Thema. Christine Todt verwendete  Fotos, die sie bei ihrem Afrika-Aufenthalt aufgenommen hat, als Vorlage für die Zeichnungen.  Während meiner Afrikareisen hatte ich viele …

Josef Mikls Zyklus zu Nikolai Gogols Roman: Die Toten Seelen, 1842

Als Nikolai Gogols (1809 – 1852) erster Teil des Romans „Die toten Seelen“ 1842 publiziert wurde, erregte er unter Literaturkritikern und Schriftstellerkollegen sogleich breite Zustimmung, jedoch reagierten Konservative mit harscher Ablehnung. Die Geschichte der „Toten Seelen“ war ursprünglich als Trilogie geplant, jedoch verbrannte der Autor das fertige Manuskript des zweiten Bandes kurz vor seinem Tod …

Gerlinde Maria Gruber: tempus fugit

Wenn eine Fachärztin für Anatomie, die auch gleichzeitig Künstlerin ist, Ostergrüße versendet, kann sie natürlich nicht umhin, den „Hasen“ von Albrecht Dürer auch anatomisch zu zerlegen. Für ein Projekt der ÖH der Karl Landsteiner Privatuniversität, die auch Merchandising-Produkte releasen wollen, vereinte Gerlinde Maria Gruber schließlich auch Klassiker der Kunstgeschichte mit ihrem Fach der Anatomie und …

Daniela Noitz: Vom Glück gibt es nichts zu berichten / There is nothing to report about happiness (Text)

Keine Eskapaden, keine extremen Situationen, keine Gefühlsausbrüche, keine Gewalt und kein Verbrechen, nicht einmal das kleinste bisschen Unstimmigkeit. Davon gibt es nichts zu berichten, weil es weder hörens- noch lesenswert erscheint. Wenn ich darüber nachdenke, dann fällt mir ein, wie es ist. Einfach ist. Ich wache auf. Der Wecker hat geklingelt. Im Halbschlaf schon merke …