Herwig Prammer

42

Dauer der Ausstellung:
15. Januar 2021 - 25. Februar 2021

Wir wissen noch nicht, wie es wegen den neuen Corona-Bestimmungen weitergeht. Vorerst ist die Ausstellung von Herwig Prammer geplant. Ob sie ausschließlich im virtuellen Raum stattfindet oder wie und was, ist vom jetzigen Zeitpunkt aus gesehen noch nicht abschätzbar. Aber schauen wir mal.

Infotext zur Ausstellung:

Herwig Prammer 42

Die nach 7,5 Millionen Jahren errechnete Antwort auf die Frage: nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest (“life, the universe and everything”) lieferte der Super-Computer Deep Thought im Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ (The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy) in dem er „42“ angab.

Der britische Autor Douglas Adams entwickelte die Idee zu seiner Geschichte bereits 1971, als er betrunken in einem Acker bei Innsbruck lag, das Buch „Per Anhalter durch Europa“ las und in den Sternenhimmel blickte. Rasch avancierte seine Erzählung zu Kultstatus und die Zahl 42 entwickelte sich zum Synonym für die Antwort auf die ultimative Lebensfrage. In seiner Geschichte lässt Adams aber den Super – Computer Deep Thought auch seine Auftraggeber – die weißen Mäuse – darauf hinweisen, dass das Ergebnis 42 bedeutungslos ist, denn sie wissen nicht wirklich, was genau die Frage war.

Herwig Prammers Ausstellung trägt den Titel 42, da in seinen Arbeiten diese Fragen nach dem Leben, dem Universum und den „ganzen Rest“, gestellt werden. Als er am Indischen Ozean einen Nachmittag lang Menschen beobachtete, die auf das Meer blickten, am Ufer standen und in scheinbarer Erwartung von etwas Höherem im goldenen Licht auf das Meer starrten, lag für ihn eine Poesie und Ruhe in der Szenerie, die er als ein Moment des Stillstandes der Zeit wahrnahm und fotografisch festhielt. Die Schönheit und den Zauber des nächtlichen Wiens, die sich in den Silouetten der Architektur und der Vegetation in einem Spiel mit den wenigen Lichtquellen entfaltete, lag die Ruhe und die Stille einer nächtens wandelnden Stadt.

Wie sehr Landschaft als ein Gedächtnis abscheulichster Grausamkeit interpretiert werden kann, erzählt er in seiner fortführenden Serie Hasenjagd. Das Mühlviertel als Ort eines der dunkelsten Kapitel unseres Landes, kann von einem wissenden Menschen nicht mehr als die Landschaft seiner Kindheit und Jugend gesehen werden, sondern wird immer in Verbindung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten und der Zivilbevölkerung, die gnadenlos Flüchtlinge jagdten, assoziiert werden.

Mit seinen als Übergänge titulierten Materialbildern setzt sich Herwig Prammer in jahrelangen Arbeitsprozessen mit den ursprünglichsten Elementen wie Erde, Sand, Pigment, Öl…. auseinander, indem er in unzähligen Schichten immer wieder diese mit einander auf den Bildträger verschmilzt, abkratzt und übereinander setzt.

Da die Welt immer digitaler wahrgenommen wird, ist es vielleicht auch nicht uninteressant, dass der ASCII Code für das in jedem Bereich verwendete, eingesetzte und gebräüchliche * Symbol auch 42 ist.

 

Homepage von Herwig Prammer: www.prammer.com

 

Über Herwig Prammer haben wir folgende Beiträge auf unserem Blog:

Herwig Prammer: Übergänge

Herwig Prammer: Mühlviertler Hasenjagd

Herwig Prammer: Nachtstücke, Wien