Julia Bugram: Eine Frage der Wahrnehmung / A question of perception

Kein oberflächlicher Blick, sondern ein genaues Hinsehen, ein Wahrnehmen fragiler Details und ein Bemerken von zarten Komponenten bedingen Julia Bugrams Graphiken. Florale Elemente, die von der Schönheit, Linien und Formen der Natur erzählen und sie umgebende Eindrücke und Situationen, werden in präzisen Strichen auf den Bildträger gesetzt. Der nur im ersten Moment scheinbare Eindruck eines Schwarz / Weiß Kontrastes, erweist sich als Trugschluss: Unzählige Grautöne werden sichtbar und hierin sieht die Künstlerin aber auch eine Analogie zum Leben. Die Welt ist nicht nur Schwarz / Weiss, sondern setzt sich aus verschiedenen Graustufen zu einem großen Ganzen zusammen.

In einer gleich eines Triptychons konzipierten Werkserie mit dreimal wiederholten, floralem Thema, irritiert Julia Bugram des Betrachters ersten Eindruck und lässt ihn an Scherenschnitte denken. Das in der Natur entstandene Positiv, entsteht im Atelier als ein fragmentiertes, auf die Außenlinien konzentriertes Zweites, um schließlich als Negativ die Dreiteiligkeit zu komplettieren. Die Künstlerin meint selbst dazu: Es scheint immer wieder dasselbe zu sein und doch ist es alles außer dasselbe. Jedes dieser drei unterscheidet sich bei genauer Betrachtung um Nuancen und kann nie als genaue Kopie oder Transferierung des Motivs erachtet werden. Sie gehören zusammen und sind doch jedes für sich ein Individuum.

Der unablässliche Blick auf das hinter dem Augenscheinlichen liegende, das Aufgreifen von scheinbar Unbemerktem und so das oft Unsichtbare zeigend, charakterisieren die Arbeiten von Julia Bugram. Diese ungewöhnliche Herangehensweise erinnert auch an ein Zitat Astrid Lindgrens: „Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.“

 

Take a close look II

 

Surroundings No 14

 

A question of perception

Julia Bugram’s graphics do not require a superficial, but a closer look, perceiving fragile details and noticing delicate components. Floral elements tell tales of beauty. Lines, shapes of nature and the impressions and situations surrounding them are set in precise lines on the image carrier. The impression of a black / white contrast, which only appears at first glance, turns out to be a fallacy: Countless shades of gray become visible. The artist also sees this as an analogy to life. The world is not just black and white, but is made up of various shades of gray to form a large whole.

In a series of works conceived like a triptych with a floral theme repeated three times, Julia Bugram irritates the viewer’s first impression and makes him think of silhouettes. The positive is drawn in nature, a fragmented second is created in the studio as ist he third, concentrating on the outer lines, to finally complete the three-part structure. The artist herself says: It always seems to be the same and yet everything is but the same. Each of these three differs by nuances on closer inspection and can never be regarded as an exact copy or transfer of the motif. They belong together and yet are each an individual.

Julia Bugram’s works are characterized by the incessant glance at what lies behind the obvious, the picking up of the apparently unnoticed and thus the often invisible. This unusual approach is also reminiscent of a quote from Astrid Lindgren: „Freedom means that you don’t necessarily have to do everything like other people.“

 

Surroundings No 8

 

Surroundings No 3

 

Surroundings No 2

Die homepage der Künstlerin: www.juliabugram.com

 

 

(Text: Gabriele Baumgartner)

Yang

 

Yin

 

Ein weiterer Beitrag von Julia Bugram auf unserem Blog:

Julia Bugram: Es scheint immer wieder dasselbe zu sein und doch ist es alles außer dasselbe