Waltraud Zechmeister: Lyrik

Mondlicht schimmert auf des Weihers Spiegel,
traurig quakt ein Fosch von ferne,
menschenleer ist diese Welt.

 

Das halbvolle Glas
leer zu sehen
ist leicht
Das halbleere Glas
jedoch voll zu sehen
bedarf der größten Anstrengung

 

Es ist sinnlos
über die
Sinnlosigkeit des Lebens
zu sinnieren

Sie zur Maxime
seines Lebens
zu machen
wäre da sehr viel
sinnvoller

Sechs Uhr fünfundvierzig

Gold durch Grün gebrochen,
leiser Flügelschlag
in der erwartungsvollen Stille
über dem Hof des Gemeindebaus

 

Untertags
steht die Balkontür
noch offen.

Milde Luft –
schon herbstlich unterkühlt –
strömt in die Stube,

Hingegossen im Lehnstuhl
webe ich herbstlich bunte Bilder
in meine Träume.

Auf einmal kriecht
ein Schauer über meinen Rücken.
Herbstnebel wabern in die Stube,
mit einem Ruck schließe ich die Türe.

 

SECHZIG
Steh auf, es ist dein Geburtstag!
Folge dem Ruf deines Herzen,
es zeigt dir die Spur
zum Lehnstuhl der Vergänglichkeit.
Setz dich hinein
und kratze ein wenig
an der Tapete der Zeit!
Ein Reigen bunter Bilder quillt hervor.
Gib dich ihrem Tanz deines Lebens hin
und lausch dem Gesang deiner Seele!
Nichts ist ewig!

 

Die Homepage der Autorin: www.waltraud-zechmeister.at
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